Der Durchfluß ( = Volumenstrom) eines flüssigen Mediums läßt sich auf vielerlei Arten messen. Bekannte Messverfahren sind dabei die elektromagnetischen oder Ultraschall-Verfahren. Diese sind aber nur für Rohrsysteme geeignet. Für offene Gerinne bietet sich eine Messung über ein Venturi-Gerinne an. Weitere Verfahren benutzen Markierungsstoffe.
Die von der ERISTA Systemtechnik GmbH entwickelte Walzen-Volumenstrommessung ist sowohl für offene Gerinne als auch für den Einbau in Rohrsysteme gedacht. Im Aufbau besteht so eine Messeinrichtung aus einem Schwimmkörper mit einer daran befestigten Walze. Bauseitig ist für die Messung nur ein definierter Querschnitt vorzusehen. Die Länge des definierten Gerinnes ist vom Querschnitt abhängig. Außerdem ist ein Rückstau des Wassers zu vermeiden. Dies setzt also ein starkes Sohlgefälle oder einen vollkommenen Überfall voraus. Ansonsten werden keine weiteren baulichen oder strömungstechnischen Anforderungen gestellt. Die Walze wird unterschlägig vom Fluidstrom getroffen. Die Eintauchtiefe der Walze ist dabei von der Wasserstandshöhe abhängig. Somit ist gewährleistet, dass bei einem hohen Wasserstand die Walze nicht nur in das Oberflächenwasser eintaucht sondern auch in tiefere Wasserschichten eintaucht. Die Dimensionen des Schwimmkörpers und der Walze werden an die baulichen Gegebenheiten bzw. an die zu erwartende maximale Fluidmenge angepaßt. Die Messung erfolgt dabei immer über den gesamten definierten Querschnitt des Gerinnes oder des Rohres. Dabei spielt die geometrische Form keine Rolle. Das Meßprinzip besteht aus der Kombination zweier sehr genauer Messungen, nämlich einer Niveaumessung und einer Frequenzmessung. Die Messintervalle liegen dabei bei ca. 50 ms. Die Niveaumessung findet dabei genau an der Eintauchstelle der Walze statt. Durch den vorgelagerten Schwimmkörper wird eine eventuelle wellige Wasseroberfläche beruhigt, was die Messgenauigkeit positiv beeinflusst. Bei der Frequenz handelt es sich um die Anzahl der Walzenumdrehungen pro Zeiteinheit. Diese Frequenz ist proportional zur mittleren Fließgeschwindigkeit des Fluids. Somit ergibt sich der Durchfluß über die bekannte Formel
Q = v · A
Q = Durchfluß oder Volumenstrom [m^3/s] A = definierter Gerinnequerschnitt [m^2] v = mittlere Fließgeschwindigkeit [m/s]
Durch die sehr kurzen Messintervalle und die Kompensation von lokal unterschiedlichen Fluidgeschwindigkeiten erreicht die Messmethode daher eine Genauigkeit von ± 1 %.
Interessant ist auch die Möglichkeit über die Messgeräte zusätzlich zum Durchfluss zwei weitere Parameter des Fluid zu messen z. B. Temperatur und pH-Wert. Sie können dann Ihre Messdaten vor Ort am Messgerät abrufen. Genauso ist es aber auch möglich die Daten auf einen Speicherchip zu speichern oder sie an einen Rechner über eine RS485-Schnittstelle, einen ISDN-Anschluß oder ein GSM-Handy an einen Rechner zu senden und dort auszuwerten.